Die echte Jausn vom Brett — so geht's

Speck Jause: Die echte Tiroler Brettljause richtig zubereiten - TIROLISH

Griaß di. Holzbrett auf dem Tisch, Messer daneben, der Duft von gereiftem Speck in der Luft — mehr braucht es nicht für einen gelungenen Abend.

Speck Jause Komponenten

Was auf ein echtes Brett gehört

Die Speck Jause ist keine Frage des Aufwands, sondern der Zutaten. Wer gutes Handwerk einkauft, muss wenig mehr tun als aufschneiden und anrichten.

Der Speck ist das Herzstück. Über Buchenholz kaltgeräuchert, mindestens ein paar Monate gereift — das Ergebnis ist ein mild-würziges Aroma, das sich in keine Fertigware pressen lässt. Karreespeck kommt vom mageren Rücken, ist zarter im Biss und verträgt auch eine etwas dickere Scheibe. Bauchspeck bringt mehr Fett, mehr Schmelz, mehr Wucht. Am besten beide auf dem Brett.

Der Käse braucht Zeit. Ein Bergkäse mit mindestens sechs Monaten Reife hat eine Würze, die auf der Zunge fast knistert — kristalline Tyrosin-Punkte, offene Textur, langer Abgang. Wer es intensiver mag, legt noch einen Graukäse dazu: fast fettfrei, scharf-säuerlich, ein echter Charakterkopf. Traditionell serviert mit einem Schuss Essig, Öl und Zwiebeln.

Die Begleiter halten sich kurz:

  • Bauernbrot vom Vortag — die Kruste ist fester, der Geschmack tiefer
  • Sennbutter, zimmerwarm, direkt aus dem Kühlschrank schmeckt sie nach nichts
  • Kren (Meerrettich), frisch gerieben wenn möglich — die Schärfe schneidet durch das Fett
  • Essiggurken oder eingelegte Zwiebeln für die nötige Säure

Schneiden, temperieren, anrichten

Drei Details, die den Unterschied machen:

Speck: kurz vor dem Servieren schneiden, 2–3 mm Stärke. Karreespeck darf ruhig etwas dicker sein. Zu dünn geschnitten trocknet er auf dem Brett schnell aus.

Käse: mindestens 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Bei Zimmertemperatur öffnen sich die Aromen — kalt schmeckt selbst guter Käse nach wenig. Nicht zu dünn schneiden, damit die Struktur sichtbar bleibt.

Das Brett: Holz, nicht Plastik. Die Zutaten brauchen Luft um sich — Speck darf sich leicht wellen, Käse sollte nicht gestapelt liegen. Brot separat in einem Korb oder daneben. Pro Person rechnet man mit etwa 80–100 g Speck und 60–80 g Käse für eine ordentliche Mahlzeit.

Speck Jause Zubereitung

Variationen: von leicht bis üppig

Die erweiterte Almjause für gesellige Runden: mehrere Specksorten, drei bis vier Käse in unterschiedlichen Reifegraden, Schmalz zum Aufstreichen, eingelegtes Gemüse, frische Radieschen und Kräuter. Wer eine warme Komponente will, ergänzt mit Speckknödeln oder einem Bauernfrühstück.

Die leichtere Version setzt auf Karreespeck statt Bauchspeck — er hat deutlich weniger Fett, dabei kaum weniger Aroma. Graukäse mit seinem minimalen Fettgehalt macht das Brett ehrlich g'schmackig ohne zu schwer zu werden. Vollkornbrot, frische Tomaten, Radieschen dazu.

Was man dazu trinkt

Ein Märzen oder Zwickl ist der Klassiker — die Hopfenbitterkeit hält gut gegen Speck und Käse stand. Wer Wein bevorzugt: ein Grüner Veltliner oder trockener Riesling mit guter Säure ist die richtige Wahl. Most oder Sturm sind je nach Jahreszeit die traditionellen Alternativen in vielen Alpentälern. Und dazwischen: Quellwasser. Klingt simpel, reinigt den Gaumen.

Lagern ohne Plastik

Speck am Stück kommt in Pergamentpapier oder ein sauberes Küchentuch, Gemüsefach des Kühlschranks, 8–12 °C. Plastik lässt ihn schwitzen und schimmeln. Angeschnittener Speck sollte innerhalb von zwei Wochen aufgebraucht werden — mehr dazu in unserem Beitrag über richtiges Lagern von Speck.

Bergkäse mag es kühl, aber nicht kalt — Käsepapier oder feuchtes Tuch, nie Plastikfolie. Graukäse dagegen luftdicht verpackt: er hält mehrere Wochen, und wenn sich an der Oberfläche etwas Flüssigkeit bildet, ist das normal.


Wer die Jausn-Freid nicht dem Zufall überlassen will: Die Tiroler Starterbox bringt eine handverlesene Auswahl an Speck und Käse direkt aufs Brett — ob für sich selbst oder zum Verschenken.

Tiroler Starterbox - TIROLISH

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