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Bergminze: botanisch gar keine Minze

29. Mai 2026 3 Min. LesezeitAktualisiert 05.08.2026

Bergminze mit schmalen grünen Blättern und kleinen hellvioletten Lippenblüten an einem trockenen, steinigen Standort

Die Bergminze ist botanisch gar keine Minze. Calamintha — so der wissenschaftliche Name — ist eine eigene Pflanzengattung innerhalb der Lippenblütler und mit der Teeminze nur verwandt, nicht identisch. Umgangssprachlich wird der Name allerdings auch für wilde echte Minzen verwendet, und genau daraus entsteht die Verwirrung.

Der Kern

Zwei Pflanzen, ein Name

Wer „Bergminze" liest, kann zwei verschiedene Dinge vor sich haben. Beide gehören zu den Lippenblütlern, beide riechen minzig — aber sie sind nicht dasselbe.

Calamintha

Die eigentliche Bergminze, auch Steinquendel. Eine eigenständige Gattung, keine Mentha. Sie bildet keine Ausläufer und schmeckt anders als Teeminze — krautiger, würziger, weniger mentholisch.

Mentha

Wilde echte Minzen, etwa die Ross- oder Ackerminze. Sie werden regional ebenfalls Bergminze genannt. Botanisch sind es Mentha-Arten und damit echte Verwandte der Pfefferminze.

Standort

Ein brauchbarer Hinweis. Calamintha bevorzugt lichte, trockene Standorte, gern auf Kalk. Die wilden Minzen wachsen dagegen typischerweise feucht — an Bachläufen und in Gräben.

Ausläufer

Das klarste Unterscheidungsmerkmal im Garten. Echte Minzen breiten sich über unterirdische Ausläufer aus und werden schnell zum Problem. Calamintha tut das nicht — sie bleibt, wo man sie hinsetzt.

Im Vergleich

Woran man sie auseinanderhält

Merkmal Calamintha Wilde Mentha
Gattung eigene Mentha — echte Minze, verwandt mit Pfefferminze
Ausbreitung keine Ausläufer unterirdische Ausläufer, wuchert
Standort trocken, kalkig feucht, oft an Bachläufen
Aroma krautig-würzig mentholisch, frisch
GattungCalamintha

Eigene Gattung gegenüber Mentha, der echten Minze

Ausbreitungkeine Ausläufer

Echte Minzen wuchern über unterirdische Ausläufer

Standorttrocken

Calamintha mag Kalk und Trockenheit, Mentha die Feuchte

Aromakrautig

Weniger mentholisch als echte Minze, dafür würziger

Für die Küche heißt das vor allem eines: Die Bezeichnung allein sagt wenig. Wer ein Kraut oder ein Produkt mit Bergminze kauft, findet die genaue Art meist nicht angegeben — und muss sich am Geschmack orientieren statt am Namen.

In der Küche

Sparsam, und eher zum Schluss

In Getränken

Der häufigste Einsatz. In Sirup, Limonade oder einem Hugo bringt Bergminze Frische, ohne so vorzupreschen wie Pfefferminze. Blätter nicht zerdrücken — leicht anschlagen genügt.

In Süßem

Zu Beeren und Schokolade. Die krautige Note bricht Süße auf, ohne nach Zahnpasta zu schmecken — das ist der Grund, warum Minze in Schokolade als Extrakt und nicht als Blatt verwendet wird.

Warm

Erst am Ende zugeben. Ätherische Öle verflüchtigen sich beim Kochen, und was bleibt, wird bitter. In Suppen und Saucen gehört das Kraut in die letzte Minute.

Die Grundregel bei allen Minzarten: lieber zu wenig. Nachlegen geht, herausnehmen nicht — und ein überdosiertes Minzaroma überdeckt alles andere im Glas oder auf dem Teller.

Bei uns

Wo Bergminze vorkommt

In unserem Sortiment steckt sie in der Milchschokolade mit Erdbeer und Bergminze von Tiroler Edle: eine 46-prozentige Erdbeer-Bergminze-Creme mit 12 Prozent Erdbeermark, einem Hauch Erdbeerlikör und dezentem Minze-Extrakt, umhüllt von Milchschokolade mit mindestens 39 Prozent Kakao.

Die Zutatenliste nennt „Minze-Extrakt" ohne botanische Art — das ist bei Aromen der Normalfall und kein Mangel. Wir schreiben deshalb nicht, welche Minze darin steckt, sondern nur, wie sie schmeckt: eine frische Kräuternote hinter der Fruchtsüße.

+++ Passend dazu

Kräutriges aus Tirol

Neben der Schokolade mit Erdbeer und Bergminze bringt auch die Edelbitterschokolade mit Alpenkräuter-Karamell Minze mit — dort zusammen mit Rose, Ringelblume, Holunder und Mädesüß.

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Häufige Fragen

Bergminze: Fragen und Antworten

Ist Bergminze eine echte Minze?

Botanisch nicht. Die eigentliche Bergminze heißt Calamintha und bildet eine eigene Pflanzengattung innerhalb der Lippenblütler — verwandt mit der Minze, aber nicht dieselbe Gattung. Umgangssprachlich wird der Name allerdings auch für wilde echte Minzen verwendet.

Wie schmeckt Bergminze?

Krautiger und würziger als Pfefferminze, weniger mentholisch. Wo genau sie liegt, hängt von der Art ab — deshalb reicht die Bezeichnung allein nicht, um den Geschmack vorherzusagen. Wer sie kauft, sollte sich am Produkt orientieren, nicht am Namen.

Wie unterscheide ich Calamintha von wilder Minze?

Am zuverlässigsten an den Ausläufern: Echte Minzen breiten sich über unterirdische Ausläufer aus und wuchern, Calamintha nicht. Ein zweiter Hinweis ist der Standort — Calamintha mag es trocken und kalkig, wilde Minzen wachsen typischerweise feucht.

Wie dosiert man Bergminze?

Sparsam und spät. Ätherische Öle verflüchtigen sich beim Kochen und hinterlassen Bitterkeit, deshalb gehört das Kraut in warmen Gerichten in die letzte Minute. In Getränken die Blätter nur leicht anschlagen statt zerdrücken — sonst wird es krautig-bitter.

Welche Minze ist in eurer Schokolade?

Das gibt die Zutatenliste nicht her: Sie nennt „Minze-Extrakt" ohne botanische Art. Bei Aromen ist das der Normalfall. Was wir sagen können, ist der Geschmackseindruck — eine dezente, frische Kräuternote hinter der Erdbeersüße.

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