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Holzknechtkrapfen: das Zillertaler Rezept mit Graukäse

22. August 2026 5 Min. LesezeitAktualisiert 22.08.2026

Holzknechtkrapfen: gefüllte Palatschinken-Rollen mit Erdäpfel-Graukäse-Füllung, mit brauner Butter und Schnittlauch

Holzknechtkrapfen sind — anders als der Name vermuten lässt — kein Schmalzgebäck, sondern dünne Palatschinken mit einer würzigen Füllung aus Erdäpfeln, Graukäse und Topfen. Die gefüllten Rollen kommen entweder kurz ins Rohr und werden mit heißer Butter übergossen oder wandern in die Pfanne, bis sie außen knusprig sind. Entscheidend sind drei Dinge: mehlige Erdäpfel, genug Graukäse für die Würze und Palatschinken, die dünn genug zum Rollen bleiben.

Für Füllung und Butter: Graukäse und Sennbutter aus dem Zillertal ansehen

Im Guide
  1. Was Holzknechtkrapfen sind
  2. Die Füllung
  3. Zutaten
  4. Zubereitung
  5. Rohr oder Pfanne
  6. Fehler beheben
  7. Servieren
  8. Graukäse kaufen
  9. Häufige Fragen
Einordnung

Was Holzknechtkrapfen sind

In der Tiroler Küche heißt vieles „Krapfen", das mit dem Faschingskrapfen nichts zu tun hat — gekochte Teigtaschen genauso wie gefüllte Palatschinken. Holzknechtkrapfen gehören zur zweiten Gruppe: dünne Palatschinken, bestrichen mit einer Masse aus zerdrückten Erdäpfeln, Graukäse und Topfen, eingerollt und heiß fertiggestellt. Benannt sind sie nach den Holzknechten, den Waldarbeitern — es ist ein klassisches Gericht der Zillertaler Hausmannskost: einfache Zutaten, die auf jedem Hof vorhanden waren, und trotzdem eine vollwertige Mahlzeit.

Das Gericht ist von Haus aus fleischlos. Die Würze kommt komplett aus dem Graukäse — je reifer er ist, desto kräftiger schmeckt die Füllung. Wer Graukäse bisher nur pur von der Jause kennt, lernt ihn hier von seiner zugänglichsten Seite kennen: In der warmen Erdäpfelmasse verliert er seine Strenge und würzt ähnlich wie ein sehr kräftiger Bergkäse, bleibt dabei aber deutlich leichter.

Worauf es ankommt

Die Füllung: Erdäpfel, Graukäse, Topfen

Die Füllung besteht aus drei Komponenten, und jede hat eine Aufgabe:

  • Mehlige Erdäpfel geben Körper. Sie werden gekocht, geschält und noch warm zerdrückt — mehlige Sorten binden die Masse, speckige bleiben stückig und machen die Füllung bröselig.
  • Graukäse ist die Würze. Er wird zerbröckelt und untergemengt. 80 Gramm auf ein halbes Kilo Erdäpfel sind ein guter Ausgangspunkt — wer es kräftiger mag, geht auf 100 bis 120 Gramm.
  • Topfen macht die Masse geschmeidig und sorgt dafür, dass sie sich streichen lässt. In Deutschland heißt er Quark.

Dazu kommen fein geschnittene Zwiebel, Schnittlauch, Salz und Pfeffer. Ist die Masse zu fest zum Streichen, hilft ein Schuss Erdäpfel-Kochwasser. Manche Köche ergänzen einen Löffel Frischkäse oder eine gepresste Knoblauchzehe — beides ist erlaubt, beides braucht es nicht zwingend.

Rezept

Zutaten für 4 Portionen

Ergibt etwa 6 gefüllte Rollen aus einer 24-cm-Pfanne — als Hauptgericht für vier mit Salat.

Für die Palatschinken

  • 120 g Weizenmehl, glatt
  • 2 + 1 Eier plus ein Dotter
  • 250 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • etwas Butterschmalz zum Backen

Für die Füllung

  • 500 g mehlige Erdäpfel
  • 80 g Graukäse
  • 120 g Topfen
  • 1 kleine Zwiebel, fein geschnitten
  • ½ Bund Schnittlauch
  • n. B. Salz, Pfeffer

Zum Fertigstellen

  • 60 g Butter — oder Butterschmalz für die Pfannen-Variante
  • Rest Schnittlauch zum Bestreuen
Schritt für Schritt

Zubereitung

  1. 1
    Erdäpfel kochen. In der Schale weich kochen, kurz ausdampfen lassen, schälen und noch warm zerstampfen oder durch die Presse drücken. Zwei bis drei Löffel Kochwasser aufheben.
  2. 2
    Palatschinkenteig rühren. Mehl, Eier, Dotter, Milch und Salz glatt verrühren und 10 Minuten quellen lassen. Der Teig soll dünnflüssig vom Löffel laufen.
  3. 3
    Dünne Palatschinken backen. In wenig Butterschmalz bei mittlerer Hitze etwa 6 dünne Palatschinken backen. Sie sollen hell bleiben — Farbe bekommen sie später.
  4. 4
    Füllung mischen. Erdäpfelmasse mit zerbröckeltem Graukäse, Topfen, Zwiebel und der Hälfte des Schnittlauchs vermengen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Zu fest? Kochwasser einarbeiten, bis die Masse streichfähig ist.
  5. 5
    Füllen und rollen. Jede Palatschinke gleichmäßig mit der Masse bestreichen — bis etwa zwei Zentimeter vor den Rand — und straff einrollen.
  6. 6
    Fertigstellen. Entweder die Rollen 10 Minuten bei 180 °C ins Rohr schieben und mit brauner heißer Butter übergießen — oder in Butterschmalz rundum knusprig braten. Mit Schnittlauch bestreuen.

Rohr oder Pfanne — die zwei Fertigstellungen

Aus dem Rohr

Die klassische, mildere Variante: Rollen 10 Minuten bei 180 °C durchwärmen, dann mit brauner Butter übergießen. Die Palatschinke bleibt weich, die Butter trägt das Aroma. So steht es in den Zillertaler Überlieferungen.

Aus der Pfanne

Die knusprige Variante aus der Wirtshausküche: Rollen in Butterschmalz bei mittlerer Hitze rundum goldbraun braten. Außen entsteht eine röstige Kruste, innen wird die Füllung cremig warm.

Für Gäste

Beides lässt sich vorbereiten: Rollen fertig füllen, kalt stellen und erst kurz vor dem Essen fertigstellen. Angeschnitten in Stücken sind sie auch ein Vorspeisen- oder Jausenformat.

Fehlerdiagnose

Wenn etwas schiefgeht

Die Füllung ist bröselig und lässt sich nicht streichen.

Ursache: speckige Erdäpfel oder zu wenig Feuchtigkeit. Lösung: Topfenanteil erhöhen und löffelweise Erdäpfel-Kochwasser einarbeiten, bis die Masse geschmeidig ist.

Die Palatschinken reißen beim Rollen.

Ursache: zu dick gebacken oder zu stark gebräunt — dann verlieren sie die Biegsamkeit. Lösung: Teig dünnflüssiger machen (Schuss Milch) und die Pfanne nur mittelheiß fahren.

Die Füllung schmeckt fad.

Ursache: zu wenig oder zu junger Graukäse. Lösung: Graukäseanteil auf 100 bis 120 g erhöhen und kräftig nachsalzen — Erdäpfel schlucken Würze.

Anrichten

Servieren

Klassisch kommen Holzknechtkrapfen als Hauptgericht auf den Tisch — zwei Rollen pro Person, dazu ein grüner Salat oder ein warmer Krautsalat. Wer sie als Vorspeise serviert, schneidet die Rollen schräg in Stücke: Der Anschnitt zeigt die Spirale aus Teig und heller Füllung.

Dazu passt, was auch zu Kaspressknödeln passt: ein Glas Milch nach Almtradition, ein trockener Weißwein oder ein helles Bier.

Zutaten aus dem Zillertal

Der richtige Käse für die Füllung

Mit dem Graukäse steht und fällt das Gericht — er würzt die milde Erdäpfelmasse. Der Zillertaler Graukäse aus der Sennerei Fügen wird aus silofreier Heumilch gemacht und bringt genau die kräftige, leicht säuerliche Note, die Holzknechtkrapfen brauchen. Für die braune Butter zum Übergießen lohnt sich echte Sennbutter.

Käse kaufen
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Holzknechtkrapfen

Sind Holzknechtkrapfen frittierte Krapfen?

Nein. Trotz des Namens sind es gefüllte Palatschinken-Rollen, kein Schmalzgebäck. In der Tiroler Küche steht „Krapfen" für viele verschiedene Teiggerichte — von gekochten Teigtaschen bis zu gefüllten Palatschinken wie hier.

Welcher Käse eignet sich, wenn ich keinen Graukäse bekomme?

Am nächsten kommt ein sehr reifer, kräftiger Bergkäse, fein gerieben — die Füllung wird dann fetter und runder, verliert aber die typische säuerliche Note. Der eigentliche Charakter des Gerichts hängt am Graukäse, der sich gut online bestellen lässt.

Kann ich Holzknechtkrapfen vorbereiten?

Ja, sehr gut. Die gefüllten Rollen halten abgedeckt einen Tag im Kühlschrank. Fertiggestellt — also gebacken oder gebraten — werden sie erst kurz vor dem Servieren, sonst weicht die Hülle durch.

Kann man Holzknechtkrapfen einfrieren?

Die gefüllten, noch nicht gebratenen Rollen lassen sich einfrieren, einzeln in Folie gewickelt. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank legen und dann wie frisch zubereitet fertigstellen. Die Konsistenz der Füllung leidet leicht — frisch bleiben sie die bessere Wahl.

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